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Nachhaltige Mobilität: Generation Z nimmt Marken in die Pflicht
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Nachhaltige Mobilität: Generation Z nimmt Marken in die Pflicht

Frankfurt, 24. März 2021

Die Corona-Pandemie wird die Mobilität verändern. Das ist das Kernergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar im Auftrag des Ökosystems Movin'On*. Befragt wurden internationale Stadtbewohner*innen im Alter von 18 bis 34 Jahren zu Mobilitätstrends von morgen, um zu verstehen, wie sich die derzeitige Corona-Krise und die damit verbundenen monatelangen Einschränkungen auf die Mobilität, Wünsche und Erwartungen junger Menschen auswirken. In Diskussionsgruppen teilen umweltbewusste junge Erwachsene ihre Visionen und Wünsche.

Zu erkennen ist eine Art „Post-Corona-Mobilität“: Insbesondere junge Stadtbewohner*innen im Alter von 18 bis 34 Jahren haben ihre Mobilitätsgewohnheiten und ihren Lebensstil grundlegend hinterfragt. Sie wünschen sich mehr Nachhaltigkeit, „hybride Mobilitätsformen“ und weiterhin ein eigenes Auto. Gleichzeitig erwarten sie, dass Politik und Unternehmen zusammenarbeiten, um eine umweltfreundlichere Mobilität zu ermöglichen. 30 Prozent der Generation Z sehen Marken in der Pflicht, als Vorbild den Wandel voranzutreiben.

„Nachhaltigkeit ist kein Selbstzweck, sondern business-relevant. Ökonomie und Ökologie müssen im Einklang stehen, das erwarten auch unsere Kunden von uns – insbesondere die jungen Generationen. Bei jeder strategischen Entscheidung von Michelin steht daher die Frage der Nachhaltigkeit im Zentrum. Wir gestalten die Mobilität nachhaltiger und richten sie passgenau an den Bedürfnissen der Zukunft und unserer Kunden aus: mit umweltfreundlicheren, vernetzten Reifen und mit millionenschweren Investitionen in nachhaltige Wasserstoffantriebe“, sagt Anish K. Taneja, CEO der Michelin Region Nordeuropa.

Michelin unterstützte zusammen mit vier weiteren Mitgliedern – Accenture, CGI, Kantar und Microsoft – die von Movin’On beauftragte Befragung. Die Resultate dieser qualitativen Umfrage wurden in einem Trendreport zusammengefasst. Vier übergeordnete Erkenntnisse ergeben sich aus der Studie, die in Europa und Nordamerika durchgeführt wurde:

1. Gen Z ist die erste wirklich multimodale Generation

Ob öffentliche Verkehrsmittel, „Shared Mobility“ oder das eigene Auto; die GEN Z ist die erste Generation, die vollkommen auf Multimodalität setzt und alle Verkehrsmittel gleichermaßen nutzen will. Während die Befragten einerseits Transportmittel mit geringerer Umweltbelastung zu schätzen wissen, träumen sie, wie viele Generationen zuvor, vom eigenen Auto und der damit einhergehenden Freiheit, vorausgesetzt, das eigene Fahrzeug ist umweltfreundlich. Mit der Tendenz zur Multimodalität beweisen die Befragten, dass sie in der Wahl unterschiedlicher Transportmittel flexibel sind, um eine für die Umwelt positive Veränderung voranzutreiben.

Ich glaube, dass die jüngere Generation die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs, des Radfahrens und des Gehens versteht. Ich denke, dass wir einen Trend zur Nachhaltigkeit sehen werden, weil viele Menschen in meinem Alter und jünger leidenschaftlich gerne etwas verändern wollen.

Montreal, Kanada
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2. COVID-19: Die Mobilität wird selbstbestimmter

Die Angst, die Gesundheit der Angehörigen zu gefährden, hat bei den Befragten in der Pandemie zu einer Rückbesinnung auf individuelle Verkehrsmittel und zu einem wachsenden Misstrauen gegenüber dem öffentlichen Nahverkehr geführt. Darüber hinaus haben sich die Befragten aufgrund der Pandemie vermehrt im Freien bewegt: Fahrradfahren und Laufen sind nicht nur kostengünstiger und nachhaltiger als andere Fortbewegungsmittel, sondern wirken sich auch positiv auf die Gesundheit aus. Deshalb fanden sie bei den Befragten großen Zuspruch. Dieser Trend wird, laut den Ergebnissen der Studie, auch nach Ende der Pandemie anhalten.

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Ich werde in Zukunft noch mehr mit dem Fahrrad fahren. Das 'Citi Bike' System in NYC ist zugänglich, effizient und macht Spaß! Die verstärkte Nutzung des Rads war vermutlich die größte Veränderung bei der Art mich fortzubewegen.

New York City, USA

3. Die Befragten wollen einen perfekten Mix aus „ländlichem Leben“ und Fernreisen

Nicht nur die Transportmittel wurden von den jungen Stadtbewohner*innen hinterfragt, sondern auch die Notwendigkeit der zurückzulegenden Wege. Während der Pandemie führten die Befragten vor allem einen eher „ländlichen Lebensstil“, bei dem sie auf umweltfreundliche Verkehrsmittel setzten und die Möglichkeit nutzten, im Homeoffice zu arbeiten. Der Wunsch nach Fernreisen und Vergnügen bleibt dennoch bestehen, allerdings in Kombination mit einer nachhaltigeren Einstellung. So streben die Befragten an, seltener zu verreisen, dafür aber länger. Des Weiteren wünschen sie sich eine Form des „hybriden Reisens“, bei der Arbeit und Tourismus sinnvoll miteinander kombiniert werden können.

Ich denke, dass mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten werden, was das Reiseverhalten verändern und vielleicht mehr lokale Mikromobilität fördern wird.

Montréal, Kanada

Ich vermisse das Gefühl, in einen Zug oder ein Flugzeug zu steigen und irgendwo weit weg anzukommen.

Montréal, Kanada

4. Nur mit vereinten Kräften kann das Ziel der nachhaltigeren Mobilität erreicht werden

Die 18- bis 34-Jährigen wollen etwas verändern, ihnen fehlen jedoch die notwendigen Mittel, wenn es um Infrastruktur, Innovation, Stadtplanung und Sicherheit geht. Sie setzen deshalb große Erwartungen in öffentliche und private Akteure. Sie wünschen sich, dass sich ihre Arbeitgeber engagieren und neue Formen der Mobilität fördern, einschließlich Subventionen, Homeoffice und gemeinsam genutzten Infrastrukturen.

Städte werden Alternativen zum Autofahren anbieten müssen, damit wir in einer umweltfreundlicheren Welt leben können.

Madrid, Spanien
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Methodik

Diese Studie stützt sich auf zwei Komponenten:

Eine quantitative Umfrage, die 2019 mit 5.000 jungen Stadtbewohnern in Europa und Nordamerika durchgeführt wurde. Diese Umfrage liefert präzise quantitative Daten zu den Mobilitätsgewohnheiten junger Stadtbewohner zwischen 18 und 34 Jahren

Eine qualitative Umfrage, die im Herbst 2020 nach dem ersten Lockdown mit rund 70 jungen, umweltbewussten Stadtbewohnern durchgeführt wurde. Sie wurden in kleinen Diskussionsgruppen in sechs Städten zusammengebracht, drei in Nordamerika (New York, Seattle und Montreal) und drei in Europa (Paris, Nantes und Madrid).

 

In den beiden für die Umfrage ausgewählten Regionen, Europa und Nordamerika, wird die Rolle des Autos sehr unterschiedlich wahrgenommen, was wiederum Auswirkungen darauf hat, wie die jeweilige Bevölkerung das Thema Mobilität sieht.

 

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