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​Für Umwelt und Verantwortung: Michelin fordert strenge Prüfmethode für Euro-7-Norm
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​Für Umwelt und Verantwortung: Michelin fordert strenge Prüfmethode für Euro-7-Norm

02.09.2025

Michelin unterstützt die Umweltziele der kommenden Euro-7-Norm, die im April 2024 verabschiedet wurde und erstmals Grenzwerte für die Partikelemissionen von Pkw-Reifenberücksichtigt. Nach der Norm, die am 1. Juli 2028 in Kraft tritt, werden die Emissionen von Abriebpartikeln für alle auf dem europäischen Markt verkauften Reifen gemessen. Überschreiten Reifen die festgelegten Grenzwerte, dürfen sie nicht für den Verkauf zugelassen werden. Ziel ist es, die durch Reifen verursachten Partikelemissionen deutlich zu senken und die Hersteller zu ermitteln, die durch die höchsten Innovationsstandards für mehr Umweltschutz sorgen. Allein in der EU erzeugt der Straßenverkehr jährlich rund 500.000 Tonnen Reifenabrieb. Dabei sind nicht alle Reifen gleich: Je nach Designentscheidungen der Hersteller – Langlebigkeit, Materialien und Architektur – können die Emissionen um bis zu Faktor vier variieren.

Europa wird sich zunehmend der Notwendigkeit bewusst, seine Industrie zu unterstützen, ohne seine Umweltambitionen aufzugeben. Die Verhandlung über die künftige Testmethode für Euro-7-Reifen ist eine Grundsatzentscheidung: entweder für Innovation und klare Vorgaben für mehr Umweltschutz oder für Kompromisse, die die Norm aufweichen und verantwortungsbewusste Akteure benachteiligen.

Florent Menegaux, Vorstandsvorsitzender der Michelin Gruppe
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Vorstandsvorsitzender der Michelin Gruppe. Michelin fordert eine anspruchsvolle und für die realen Bedingungen repräsentative Testmethode. Nur so lassen sich die Reifen mit den geringsten Emissionen identifizieren, die von Herstellern mit den höchsten Umweltstandards entwickelt werden. Alle Michelin Reifen werden mit den kommenden Grenzwerten der Euro-7-Norm konform sein.

Strenge Prüfmethode für wirksame Regulierung
Für eine wirksame Euro-7-Norm ist eine zuverlässige Messmethode entscheidend. Derzeit stehen sich zwei Methoden gegenüber:

  • Messung der Emissionen unter realen Bedingungen auf der Straße nach der Konvoi-Methode2 in Gramm pro Kilometer und pro Tonne Fahrzeuggewicht. Diese liefert zuverlässige, reproduzierbare und repräsentative Ergebnisse. Sie wurde in den vergangenen sechs Jahren von der europäischen Industrie in transparenten Verfahren mit den Behörden entwickelt. Unterstützt wird sie auch vom ADAC, der für seine strengen Tests bekannt ist und dessen Ergebnisse bei der Messung von Reifenabrieb mit denen der Hersteller übereinstimmen. Die Methode bildet heute eine solide Grundlage für die Euro-7-Norm.
     
  • Die Trommelprüfstands-Methode, die sich noch in der Entwicklung befindet. Sie basiert auf definierten und zum Teil intransparenten Parametern. Daher ist die Methode anfällig für Manipulationen, um gesetzliche Grenzwerte einzuhalten. Sie gibt die tatsächlichen Emissionen möglicherweise nicht genau wieder. Der ADAC räumt in seiner Studie vom Juni 2025 ein, dass sie für eine sofortige Umsetzung noch nicht ausgereift ist.

Die Abweichungen zwischen den beiden Methoden sind teilweise erheblich: In 28 Prozent der Fälle weichen die Ergebnisse für denselben Reifen stark voneinander ab. So würde beispielsweise ein Reifen, der unter realen Bedingungen auf der Straße einen Abriebindex von 1,42 erreicht, vom Verkauf ausgeschlossen. Auf dem Trommelprüfstand erhielte derselbe Reifen einen Index von 0,83 und könnte in den Verkauf. Die sofortige Einführung der Trommelprüfstands-Methode würde also erhebliche Risiken mit sich bringen:

  • Wirtschaftliche Risiken, weil der Import von kostengünstigen und wenig innovativen Reifen nach Europa begünstigt würde.
     
  • Umweltrisiken, weil die Wirksamkeit der Euro-7-Norm erheblich geschwächt würde.

Michelin befürwortet daher die Umsetzung der Euro-7-Norm auf Basis der Konvoi-Methode unter realen Bedingungen auf der Straße. Gleichzeitig setzt sich das Unternehmen dafür ein, die Trommelprüfstands-Methode weiterzuentwickeln, die vorbehaltlich ihrer technischen Reife langfristig eine ergänzende Lösung darstellen könnte.

20 Jahre Innovation und Forschung für weniger Abrieb
Der ADAC veröffentlichte im Juni 2025 die Ergebnisse einer neuen Studie zu 160 Reifentests3. Das Ergebnis: Reifen von Michelin emittieren im Durchschnitt 26 Prozent weniger Partikel als die Reifen von vier anderen Premium-Herstellern. Diese Leistung ist eine Bestätigung einer Studie aus dem Jahr 2022, bei der Michelin Reifen 28 Prozent weniger Reifenpartikel emittierten als der Durchschnitt der getesteten Premium-Hersteller.

Michelin ist sich seiner Verantwortung als Premium-Reifenhersteller bewusst und misst seit mehr als 20 Jahren dem Thema Reifenabrieb eine große Bedeutung zu. Dank neuartiger Gummimischungen und innovativer Designs konnte das Unternehmen die Emissionen seiner Reifen kontinuierlich senken – zwischen 2015 und 2020 um fünf Prozent. Dieser Fortschritt entspricht rund 100.000 Tonnen Reifenabrieb, der in diesem Zeitraum nicht freigesetzt wurde. Ziel ist es, den Abrieb in den kommenden Jahren weiter zu senken.

[1]   Für die Zulassung neuer Reifen der Klasse C1 (Pkw) gelten die Anforderungen ab 1. Juli 2028, der Klasse C2 (leichte Nutzfahrzeuge) ab 1. April 2030 und der Klasse C3 (schwere Nutzfahrzeuge) ab 1. April 2032. Ab 1. Juli 2030 dürfen nur noch Reifen der Klasse C1 in Verkehr gebracht werden, wenn sie die neuen Anforderungen erfüllen, für Reifen der Klasse C2 gilt dies ab 1. April 2032, für Reifen der Klasse C3 ab 1. April 2034.

[2]   Beim Straßentestverfahren werden Pkw-Reifen unter realen Fahrbedingungen auf öffentlichen Straßen getestet. Ziel ist es, den Abrieb eines sogenannten Kandidatenreifens mit dem eines standardisierten Referenzreifens zu vergleichen, um die Abriebfestigkeit objektiv zu bewerten. Hierzu wird ein Konvoi aus bis zu vier Fahrzeugen gebildet, wobei eines mit Referenzreifen und die übrigen mit den zu prüfenden Reifen ausgestattet sind. Die Fahrzeuge legen gemeinsam eine Strecke von etwa 8.000 Kilometern zurück, die aus einem oder mehreren geschlossenen Rundkursen besteht.

[3]   Reifenabrieb in der Umwelt: Ergebnisse aus dem ADAC Reifentest und künftige Gesetzgebung: https://assets.adac.de/image/upload/v1749035559/ADAC-eV/KOR/Text/PDF/33477_fnoizf.pdf


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