Der Siegeszug des Radialreifens
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Der Siegeszug des Radialreifens

1946 sorgt Michelin für einen Meilenstein in der Reifentechnologie: Das Patent für den MICHELIN X, der erste Radialreifen mit Stahlgürtel, dessen Karkassfäden im rechten Winkel zur Laufrichtung angeordnet sind, revolutioniert den Reifenbau.

1946 ist ein Jahr großer Ereignisse. Harry S. Truman ist Präsident der USA, Modeschöpfer Louis Réard präsentiert in Paris den Bikini und löst damit einen weltweiten Skandal aus, die CDU wählt den späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer (1949 bis 1963) zu ihrem Vorsitzenden, und Piera und Pietro Ferrero gründen den gleichnamigen Süßwarenkonzern. Und: Michelin meldet am 4. Juni 1946 das Patent für den Reifen MICHELIN X an. Der Radialreifen startet seinen Siegeszug um die Welt.

Alles begann Ende der 1930er-Jahre: Die Diagonalreifen dieser Zeit sind äußerst kurzlebig, ihre Zuverlässigkeit lässt zu wünschen übrig und besonders die Flanken erwärmen sich schnell bei hohen Temperaturen, was die Pannenanfälligkeit steigert. Daher bleiben zahlreiche Fahrzeuge aufgrund von Reifenproblemen am Straßenrand liegen. Das weckt den Ehrgeiz von Michelin Ingenieur Marius Mignol. Er hat eine radikal neue Idee und entwickelt ein Reifenkonzept, bei dem die Flankenstruktur aus radial (parallel zum Radius) angeordneten und mit größerem Abstand zueinander verlegten Drähten besteht. Aufgrund dieser speziellen Architektur nennt Michelin den Prototyp hausintern „Fliegenkäfig“. Sämtliche Tests verlaufen äußerst vielversprechend.

1946 ist ein Jahr großer Ereignisse. Harry S. Truman ist Präsident der USA, Modeschöpfer Louis Réard präsentiert in Paris den Bikini und löst damit einen weltweiten Skandal aus, die CDU wählt den späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer (1949 bis 1963) zu ihrem Vorsitzenden, und Piera und Pietro Ferrero gründen den gleichnamigen Süßwarenkonzern. Und: Michelin meldet am 4. Juni 1946 das Patent für den Reifen MICHELIN X an. Der Radialreifen startet seinen Siegeszug um die Welt.

 

Der MICHELIN Radialreifen: sicher, komfortabel, langlebig und wirtschaftlich

Also forscht Michelin weiter an der neuen Technik. Die Ingenieure fügen der bestehenden Diagonalstruktur einen zusätzlichen Faden hinzu, um mit der Mittellinie des Reifens einen Winkel von 90° zu bilden: Der Radialreifen, wie wir ihn heute kennen, ist geboren! Am 4. Juni 1946 meldet das Unternehmen das Patent für den Reifen MICHELIN X an. Im Vergleich zum Diagonalreifen hat der Radialreifen entscheidende Vorteile: Die Lauffläche ist härter und gewährleistet somit eine bessere Haftung und eine rund doppelt so lange Lebensdauer. Die Seitenwände verfügten über eine höhere Tragfähigkeit, was den Fahrkomfort verbessert. Durch die geringere Gesamtverformung sinken Energieverlust und Kraftstoffverbrauch. Weitere Vorteile sind die bessere Haftung bei Nässe, die geringere Wärmeentwicklung sowie die härtere, weniger verletzungsanfällige Lauffläche. Kurzum: Der Radialreifen ist sicherer als ein Diagonalreifen, langlebiger, komfortabler, widerstandsfähiger und wirtschaftlicher.

 

Erste Pkw-Serienmodelle mit den innovativen MICHELIN Radialreifen

Die legendäre Lancia Aurelia B20 ist 1951 das erste Auto, das serienmäßig mit MICHELIN Radialreifen vom Band rollt. Für Autoenthusiasten gehört die Lancia Aurelia B20 zu den schönsten und technisch innovativsten Autos der fünfziger Jahre. Ausschlaggebend für die Kooperation des italienischen und französischen Unternehmens ist jedoch ein anderer: Das Duo Lancia Aurelia und MICHELIN Radialreifen hatte 1951 bei den 24 Stunden von Le Mans den Klassensieg in der Zwei-Liter-Kategorie errungen.
Um alle Vorzüge des Radialreifens voll ausspielen zu können, bedarf es jedoch eines Fahrzeugs mit einem speziell darauf abgestimmten Fahrwerk. Genau das ist beim Citroën DS – von den DS-Fans liebevoll „die Göttin“ genannt – der Fall, der 1955 auf den Markt kommt. Wegen der Patentfrist müssen die anderen Reifenhersteller 15 Jahre warten, bis sie die Radial-Technologie nutzen dürfen.

 

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Fliegenkäfig: So nennt Michelin den ersten Prototyp des Radialreifens. Mit dem MICHELIN X betritt Michelin neues Terrain und verändert eine gesamte Branche. 

 

Wichtiger Beitrag zur Entwicklung der weltweiten Mobilität

Diese Zeit nutzt Michelin und entwickelt die bahnbrechende Technologie für andere Fahrzeugsegmente weiter. 1952 patentiert das Unternehmen seinen Radialreifen mit der X-Markierung für Lastkraftwagen. 1959 folgt der Einsatz der Radialtechnologie bei Reifen für Bau- und Erdbewegungsmaschinen, 1981 für Flugzeuge und 1984 für Motorräder – zunächst im Rennsport, 1987 auch für Straßenmotorräder.

70 Jahre nach seiner Geburt ist der Radialreifen heute überall zu finden. Er trägt maßgeblich zur höheren Sicherheit im Straßenverkehr bei und hilft, Kraftstoff zu sparen und damit Ressourcen zu schonen. Wie so oft im Reifensektor hat Michelin eine bahnbrechende Technologie entwickelt und auf den Markt gebracht. Und wie immer begann alles mit einer genialen Idee…