header-search
Michelin demonstriert Innovationsstärke: Busreifen aus 70 Prozent erneuerbaren und recycelten Materialien
print mail share
close
placeholder-image
west Alle Artikel
print mail share
close

Michelin demonstriert Innovationsstärke: Busreifen aus 70 Prozent erneuerbaren und recycelten Materialien

19.09.2026
  • Anteil erneuerbarer und recycelter Materialien steigt von 58 Prozent (2022) auf 70 Prozent

  • Zuverlässigkeit und Leistung auf Premium-Niveau

  • Eigene Technologie-Infrastruktur liefert Schlüsselmaterialien: BioButterfly-Anlage für Bio-Butadien, BlackCycle-Projekt für nachhaltigen Ruß

Auf dem Weg zum vollständig nachhaltigen Reifen hat Michelin einen weiteren Meilenstein erreicht: Der neue Prototyp eines Busreifens der Dimension 275/70 R 22.5 besteht zu 70 Prozent aus erneuerbaren und recycelten Materialien und belegt damit die Innovationskraft der Michelin Gruppe. Michelin hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 alle Reifen zu 100 Prozent aus erneuerbaren und recycelten Materialien herzustellen. Bis 2030 strebt der Konzern einen durchschnittlichen Anteil von 40 Prozent über das gesamte Produktportfolio an.

Der Demonstrator ist kein Serienprodukt. Er zeigt, welche Materialien und Technologien Michelin künftig in die Serienproduktion überführen will – und dass ein deutlich höherer Anteil erneuerbarer und recycelter Materialien möglich ist, ohne die Leistung eines Premium-Reifens einzuschränken.

Sechs Materialien, ein Ziel

Um den Anteil gegenüber dem Vorgänger von 2022 zu steigern, haben die Forschungs- und Entwicklungsteams von Michelin gezielt erdölbasierte Bestandteile durch erneuerbare oder recycelte Alternativen ersetzt:

  • Naturkautschuk aus abholzungsfreiem Anbau sorgt für Elastizität und verringert die Wärmeentwicklung im Betrieb. 
  • Synthetischer Kautschuk auf Basis von Bio-Butadien verbessert die Haftung und verlängert die Lebensdauer. Gewonnen wird der Kautschuk aus Biomasse in der BioButterfly-Anlage von Michelin in Bassens bei Bordeaux. 
  • Recovered Carbon Black (rCB) aus der Pyrolyse von Altreifen, geliefert von Enviro. Bei diesem Verfahren wird Ruß aus gebrauchten Reifen durch Erhitzen auf sehr hohe Temperaturen unter Ausschluss von Sauerstoff gewonnen. Die Reifenbestandteile werden thermisch zersetzt, der enthaltene Kohlenstoff (Carbon Black) kann zurückgewonnen werden. 
  • Sustainable Carbon Black (sCB) aus einem Verfahren, das Ruß aus Pyrolyseöl gewinnt. Michelin koordinierte die Entwicklung dieses Verfahrens im Rahmen des europäischen öffentlich-privaten Projekts BlackCycle. Dabei verarbeitet Michelin das beim Altreifenrecycling entstehende Pyrolyseöl weiter und gewinnt daraus hochwertigen Carbon Black zurück. So bleiben wertvolle Rohstoffe im Kreislauf und der Bedarf an fossilen Ressourcen sinkt.
  • Biobasiertes Silica aus Reisschalen verbessert den Rollwiderstand und die Haftung bei Nässe. 
  • Recycelter Stahl gibt dem Reifen seine strukturelle Festigkeit.
placeholder-image

Zertifiziert, nicht berechnet

Die 70 Prozent der erneuerbaren und recycelten Materialien sind physisch in diesem Reifen enthalten. Michelin verzichtet bewusst auf Massenbilanz-Verfahren oder sogenannte „Book-and-Claim“-Gutschriften, bei denen erneuerbare Materialien rechnerisch zugeordnet werden, ohne tatsächlich im Produkt zu stecken. Eine führende unabhängige Prüfstelle hat den Materialanteil zertifiziert.

Industrielle Grundlagen statt Laborerfolge

Michelin integriert nicht nur erneuerbare und recycelte Materialien – der Konzern baut auch aktiv die Lieferketten auf, die für eine Skalierung nötig sind. Die industrielle Demonstrationsanlage BioButterfly in Bassens, gemeinsam mit IFP Energies Nouvelles und Axens betrieben und von der französischen Agentur für Umwelt und Energie (ADEME) unterstützt, produziert seit Januar 2024 Bio-Butadien aus pflanzlicher Biomasse. Das von der EU geförderte BlackCycle-Projekt, das Michelin koordiniert, entwickelt Verfahren, um aus dem Pyrolyseöl von Altreifen hochwertigen Ruß für neue Reifen zu gewinnen. Michelin arbeitet an der gesamten Wertschöpfungskette mit Partnern zusammen, um diese Sektoren durch neue Technologien voranzubringen.

                        

Media Kit

print mail share
close

Ansprechpartner