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Mehr als ein Mobilitäts-Mythos – Ein Plädoyer für den Wasserstoff
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Mehr als ein Mobilitäts-Mythos – Ein Plädoyer für den Wasserstoff

03.05.2021

Wasserstoff als Energieträger und Brennstoffzellensysteme gelten als Schlüsseltechnologie für die Elektromobilität der Zukunft. Batterieelektrische Fahrzeuge stehen derzeit bei den alternativen Antriebsarten im Fokus – doch in einigen Bereichen stößt die Elektromobilität bereits heute an ihre Grenzen. Wasserstoffmobilität bietet dagegen ergänzende Lösungen, mit denen sich Reichweitenprobleme und Herausforderungen nachhaltiger Energieerzeugung lösen lassen. Oft genug gelten Wasserstoffantriebe noch als Chance der fernen Zukunft. Die Fakten sprechen jedoch Klartext – Michelin argumentiert in fünf Punkten, warum im Zusammenhang mit der Wasserstoffmobilität längst nicht mehr von einem Mythos gesprochen werden kann.

Mythos 1: Wasserstoff war immer nur ein Mobilitätstraum und wird es auch bleiben

Fakt ist: Nicht ohne Grund hat die Europäische Union eine ambitionierte Wasserstoffstrategie aufgestellt: Von 2024 bis 2030 muss Wasserstoff zu einem festen Bestandteil des integrierten Energiesystems werden, um die Energiewende voranzutreiben. Die EU zielt darauf ab, bis 2030 bis zu zehn Millionen Tonnen erneuerbarem Wasserstoff in der EU zu produzieren.1 Im Mobilitätssektor soll das volle Potential des Wasserstoffs ausgeschöpft werden. So hat die European Clean Hydrogen Alliance eigens eine „Mobilitätssäule“ geschaffen, deren Co-Vorsitz Florent Menegaux, CEO der Michelin Gruppe, innehat.
Auf das Innovationspotenzial setzen Michelin und Faurecia auch mit ihrem Joint Venture Symbio bei der Produktion von Brennstoffzellen-systemen. Das Unternehmen zielt darauf ab, bis 2030 einen Marktanteil von zwölf Prozent zu erreichen und geht dafür bereits jetzt in die Serienproduktion. Am 22. Januar 2021 hat Symbio den Pachtvertrag für das Areal in Saint-Fons bei Lyon unterzeichnet, auf dem seine Hauptfabrik für Brennstoffzellensysteme gebaut wird. Auf dem acht Hektar großen Gelände wird Symbio eine der größten High-Tech-Wasserstoff-Brennstoffzellen-Produktionsanlagen in Europa, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, ein Schulungszentrum und den zukünftigen Hauptsitz errichten.

Mythos 2: Nur batterieelektrische Fahrzeuge haben eine Zukunft

Fakt ist: Experten gehen davon aus, dass die Zukunft durch einen Mix der Antriebskonzepte bestimmt sein wird – schon deshalb, weil der Aufbau einer massentauglichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und deren flächendeckende Stromversorgung kaum realisierbar ist. Batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellensysteme werden sich somit ergänzen und gemeinsam den Weg für eine emissionsfreien Mobilität ebnen. So wird die Wasserstofftechnologie vor allem in Einsatzbereichen voranschreiten, bei denen es um weite Strecken und hohe Leistungsanforderungen geht, wie etwa im Güter- und Personentransport. Wasserstoff eignet sich in diesen Bereichen optimal als Energiespeicher, was für den Mobilitätssektor aber auch für andere Anwendungsfelder extrem wichtig ist. Somit ist die Technologie in vielen Fahrzeugsegmenten auf dem Vormarsch – aktuell vor allem bei Nutzfahrzeugen für den Straßentransport, wie LKW, (Reise-) Busse, SUV und zu einem späteren Zeitpunkt in der Flugzeugtechnologie oder der Schifffahrt.
Es zeichnet sich ab, dass der Zeitplan für eine breite Einführung von Wasserstofffahrzeugen zwei Schlüsselfaktoren abhängt: Zum einen ist die Einführung an Tankstellen entscheidend, weshalb Nutzfahrzeuge und Taxis aus Sicht von Michelin die ersten verfügbaren Segmente sein werden. Als Teil von Flotten kehren sie immer zur gleichen Station zurück und können daher effizient regional eingesetzt werden. Zum anderen ist der technologische Fortschritt und die Hochskalierung der Produktion entscheidend, sodass ein akzeptables Preis-Leistungsverhältnis garantiert werden kann. Aus diesem Grund streben Michelin und Symbio ein massives Hochfahren der Serienproduktion an: 200.000 Einheiten sollen bis 2030 jährlich gefertigt werden.

Mythos 3: Wasserstofftechnologie wird sich nur für industrielle Anwendungen etablieren

 

Fakt ist: Noch werden über 90 Prozent des Wasserstoffs in industriellen Anwendungen eingesetzt, wie etwa in der Stahlproduktion. Mit Blick auf die Mobilität hat der derzeitige globale Markt Start-up-Charakter. Die Einsatzmöglichkeiten entwickeln sich für LKW, Busse, und PKW-Flotten in rasantem Tempo. Diese Entwicklung wird dazu führen, dass aus den derzeit 25.000 wasserstoffbetriebene Fahrzeugen Millionen werden. Marktexperten sehen bereits heute einen starken Anstieg der Nachfrage. Eine gemeinsame Studie des Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) stellte bereits jetzt eine Marktreife für Brennstoffzellenbusse fest und prognostiziert diese für Straßenfahrzeuge mit Ladekapazität (Taxis, Vans etc.) bis zum Jahr 2025 – für die breite LKW-Nutzung bis zum Jahr 2030. Darüber hinaus geht die Studie davon aus, dass bis zu 40 Prozent aller neu verkauften schweren Lastkraftwagen im Jahr 2050 wasserstoffbetrieben werden.2 33 Millionen Wasserstofffahrzeuge werden Schätzungen zufolge in 2050 allein in Europa auf dem Markt sein.3

Mythos 4: Ein Reifenhersteller wie Michelin kann keine Kompetenz für Brennstoffzellensysteme vorweisen

Fakt ist: Michelin steht längst für mehr als die Herstellung nachhaltiger Reifentechnologien und setzt stark auf Technologien für die Mobilitätszukunft. So kann kann Michelin mehr als 15 Jahre Erfahrung mit Brennstoffzellentechnologie vorweisen – von der Entwicklung bis hin zur Anwendung in Booten und Bussen. Mit seinem Know-how in der Industrialisierung, einem R&D-Budget von rund 680 Millionen Euro pro Jahr und seiner weltweiten Infrastruktur hat Michelin die notwendigen Voraussetzungen, Marktführer der Brennstoffzelltechnologie zu werden.
Mit der Gründung des Joint Ventures Symbio 2019 haben Michelin und Faurecia 140 Millionen Euro investiert, um die Entwicklung von Brennstoffzellen zu beschleunigen und die Massenproduktion voranzubringen. Symbio hat das Ziel, bis 2030 einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro zu erreichen. Das Joint Venture wird drei Industriestandorte haben, von denen aus die wichtigsten Automobilmärkte der Welt beliefert werden. Bereits heute produziert Symbio Brennstoffzellsysteme und skaliert diese zügig: „Symbio‘s StackPack® System“ wird bereits serienmäßig in einem Renault-Wasserstofffahrzeug (Kangoo Hydrogen) verbaut. Darüber hinaus hat der Stellantis-Konzern Symbio den Auftrag erteilt, die ersten 100 Fahrzeuge seiner Wasserstoff-Fahrzeugflotte auszustatten. Die Markteinführung ist für 2021 geplant.

Mythos 5: Mit dem Wasserstoff verliert die Mobilität an Sportlichkeit

Fakt ist: Wasserstoffmobilität ist nicht nur nachhaltig, sondern beinhaltet auch Potenzial für sportliche Höchstleistungen. So will die „MissionH24“ 2024 in Le Mans zu 100 Prozent wasserstoffbetriebene Rennwagenprototypen an den Start bringen. Michelin ist nicht nur offizieller Reifenpartner sondern zusammen mit Symbio Technologie-Lieferant von „Green GT“ – der Hightech-Gruppe, die sich der Forschung, Entwicklung und Umsetzung leistungsstarker Elektro-Wasserstoff-Antriebssysteme für die neue Motorsportklasse widmet. Als Partner des groß angelegten Projektes treten Michelin und die Kooperationspartner den Beweis an, dass Wasserstofftechnologie auch Höchstleistungen unter härtesten Anforderungen eines Langstreckenrennens wie den „24 Stunden von Le Mans“ erbringt.

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Brennstoffzellenfabrik, Saint-Fons, Frankreich

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Herstellung einer Brennstoffzelle

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Mission H24

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